„Über die Berge und über das Meer“ –
fesselnde Lesung des Ju­gend­buch­au­tors

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Am vergangenen Donnerstag gelang es Dirk Reinhardt ein­mal mehr, unsere Schülerinnen und Schüler in sei­nen Bann zu ziehen. Dieses Mal nahm er die 8. Jahr­gangs­stu­fe mit auf eine Reise vom fernen Afghanistan der Taliban „über die Berge und das Meer“ bis nach Deutsch­land. Sein neues Buch ist wieder eine Flucht­ge­schich­te, wie „Train Kids“ genau recherchiert, basierend auf Erzählungen von jungen Menschen, die dies am ei­ge­nen Leib erlebt haben.

Die Protagonisten haben da­bei ein ganz besonderes Schick­sal: Da ist zum einen So­ra­ya, die als sieb­tes Mädchen ihrer Eltern geboren wird, was in dem af­gha­ni­schen Bergdorf, in welchem die Familie lebt, eine Katastrophe ist, da alle auf ei­nen Sohn hof­fen. Daher wird sie kurzerhand zum Jungen er­klärt, zieht Hosen an und spielt mit an­de­ren draußen – für Mädchen ansonsten undenkbar.

Das funktioniert allerdings nur bis zu ihrem 14. Geburtstag: Die fundamentalistischen Taliban verlangen, dass sie sich wie eine Frau benimmt, sich zurückhält und sich deren Vorstellung der weib­li­chen Rolle unterwirft. Damit kommt Soraya jedoch nicht zurecht und die Familie beschließt, dass das Mädchen nach Europa flüchten soll.

Ebenfalls auf dem Weg nach Deutschland ist zur gleichen Zeit Tarek, der aus einer Nomadenfamilie stammt und nicht weiß, dass Samir, so nennt sich Soraya als Junge, eigentlich ein Mädchen ist. Denn auch er wird von den Taliban bedroht. Für die beiden Ju­gend­li­chen beginnt – zunächst unabhängig von­einander eine sehr gefährliche und aufregende Zeit – und mehr soll an dieser Stelle nicht ver­raten werden.

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Dirk Reinhardt ließ anhand von Bildern die Erlebnisse der beiden Heranwachsenden lebendig wer­den und er­klär­te sowohl die besondere Situation der Nomaden (Ku­chi) als auch die Tatsache, dass es tatsächlich eine gan­ze Reihe von Mädchen in Afghanistan gibt, die zu­nächst zu Jungen erklärt wer­den.

Der Roman gibt einen sehr interessanten Einblick in ei­ne für uns fremde Welt, die dennoch viel mit uns zu tun hat, denn viele dieser jungen Menschen kommen als Geflüchtete nach Deutschland. Der Fo­kus wird dabei auf die Fluchtursachen gelegt, die Gründe dafür, dass so viele Menschen ihre Hei­mat verlassen. Die­se zu verstehen und Empathie zu erzeugen für das, was Jugendliche durchleiden, liegt Dirk Reinhardt be­son­ders am Herzen.

Allen viel Freude beim Lesen und Herrn Reinhardt vielen Dank für seinen Besuch am AKG!

S. Prock