Der Lehrplan hebt hervor, "dass die griechisch-römische Antike ein wichtiges Fundament der europäischen Kultur ist und in vielen Bereichen bis in die Gegenwart fortwirkt." Der Lateinunterricht soll durch die intensive Beschäftigung mit der lateinischen Sprache und Literatur das Bewusstsein für dieses Fortwirken fördern. "Viele Fragen und Themen, mit denen sich die Jugendlichen und jungen Erwachsenen anhand der lateinischen Texte befassen, sind von zeitloser Gültigkeit und betreffen ihre eigene Erfahrungswelt. Die Suche nach Antworten und Lösungen veranlasst sie, sich mit überkommenen Werten auseinander zu setzen."

Neben diesem Aspekt wird betont, dass der Lateinunterricht "grundlegende sprachliche und damit verbunden kognitive Fähigkeiten [vermittelt], die in anderen Fächern sowie in Studium und Beruf zugute kommen." So wird einerseits der Wert für das Erlernen der romanischen Sprachen genannt, andererseits auf eine grundlegende Sprachkompetenz auch für die Muttersprache verwiesen: "Die im Lateinunterricht geübte intensive Sprach- und Textarbeit fördert die Lesekompetenz der Schüler und leitet sie durch den ständigen Vergleich mit dem Deutschen zu einem bewussten Umgang mit ihrer eigenen Sprache an."

Der Lateinunterricht wird in drei Phasen gegliedert:

  1. Die Spracherwerbsphase in den Jahrgangsstufe 6 bis 8 versteht sich als Grundlegung: Ein sicherer Grundwortschatz, Grammatik und Übersetzungsstrategien sind die Hauptbestandteile der Spracharbeit.
  2. Die Jahrgangsstufe 9 soll als Übergangsphase dazu hinleiten, lateinische Originaltexte zu erschließen.
  3. In den Jahrgangsstufen 10 bis 12, der so gen. Lektürephase, steht die Auseinandersetzung mit Originaltexten der lateinischen Literatur im Mittelpunkt.