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Das AKG führt keinen Naturwissenschaftlich-tech­no­lo­gi­schen Zweig – na und! Zweige gibt es ohnehin nur in den Klassen 8, 9 und 10, vorher ist alles gleich, nachher ebenfalls (beinahe). Alle Gymnasiasten müssen das gleiche, schriftliche Mathematikabitur absolvieren und da können sich unsere letzten (und sicher auch die kommenden) Jahrgänge weiß Gott bayernweit sehen lassen! Leider stellen viele unserer Schülerinnen und Schüler ihr Licht unter den Scheffel und trauen sich "schwere" Fächer wie Physik in der Oberstufe nicht zu – ge­schwei­ge denn später als Studienfach. Der Ar­beits­markt aber ruft laut nach naturwissenschaftlich-tech­ni­schem Nachwuchs!

Aus diesem Grund tut MINT-Förderung bei uns Not und unser ehemaliger Abiturient Samuel Kraller (Abi 2011, jetzt Heidenhain-Stipendiat im Fach Maschinenbau) hat wieder einmal einen großartigen Vortrag für die 10. Klassen zusammengestellt: Nach einem kurzen Luftbild-Blick über das TU-Gelände in Garching und einem Eindruck von den Dimensionen dort (Erstsemester-"Klasse" mit 1500 Studierenden, verteilt über zwei per Video-Liveschaltung verbundenen Hörsälen mit je 700 bzw. 900 Plätzen) erfahren wir interessante Daten über Gesamtgröße der TUM, angebotene Studiengänge sowie Maschinenbau-Fachrichtungen, Qualität des Mensaessens, Frauenanteil u. v. m.

Als Beispiel aus Herrn Krallers Spezialbereich "Entwicklung und Konstruktion" werden auf dem Weg von der Idee zum Modell einige Methoden der Prototypherstellung angesprochen und ein typischer 3D-Drucker vorgestellt. Die vorgeführte Luxusvariante einer Heißklebepistole wird mit einer CAD-Software angesteuert und nach einer Viertelstunde ist ein putziger, kleiner Schneemann entstanden – je Klasse nur ein Exemplar mangels Zeit, denn alle übrigen der 120 Schülerinnen und Schüler dieser Jahrgangstufe warten schon vor dem Physiksaal und freuen sich auch auf die vorweihnachtliche Abwechslung. Schließlich lernen wir noch die zugelaufene Lehrstuhlkatze Mika kennen, die seit zehn Jahren in einer TU-Lagerhalle wohnt und von allen nach Strich und Faden verwöhnt wird.

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Die Physikfachschaft und v. a. die kommende Oberstufe bedanken sich ganz herzlich bei Samuel Kraller. So leicht ist es, Berührungsängste mit den Naturwissenschaften abzubauen – aber uns Lehrern glaubt sowas ja keiner. Auf Wiedersehen im nächsten Jahr!

Florian Borges