Worte und Taten: Exkursion ins Ödmoos

Ins Ödmoos in der Gemeinde Surberg ging es vor den Herbstferien für eine große Schülergruppe des AKG: Bei ihrer Exkursion ins Moor lernten sie nicht nur die ökologischen Zusammenhänge in diesem Feuchtgebiet, sie packten auch kräftig mit an und pflegten den Pflanzenbestand in dem Hochmoor, das zwischen Hufschlag, Lauter und Weibhausen liegt.

ExkursionMoos2410201618 1 210Beate Rutkowski gab den Schülern einen Überblick über die Ökologie im Ödmoos. Bilder: Anton Stein­ber­ger

Die Kreisvorsitzende des Bund Naturschutz Beate Rutkowski, die auch als Biologielehrerin am AKG tätig ist, erklärte den Schülern der zehnten und elften Klasse zunächst die Geschichte der Renaturierung dieses Moors in den vergangenen Jahrzehnten und verwies auf die wichtige Rolle der Moore im globalen Kohlenstoffhaushalt. Ein Drittel des vorhandenen Kohlenstoffs sei in Mooren gebunden; so lange diese den gebundenen Kohlenstoff so wenig als möglich freisetzten, sei dies eine Klimaschutzmaßnahme, die genauso wichtig ist wie überdachte Verkehrskonzepte oder modernisierte Heizungsanlagen in Gebäuden.

Hermann Eschenbeck, seines Zeichens Urgestein im Traunsteiner Bund Naturschutz, zeigte den Schülern Bilder von bedrohten Pflanzen- und Tierarten wie dem Sonnentau oder der Hochmoor-Mosaikjungfer. Später während der Arbeit ging es dann mit Schritt und Tritt über Moorbeeren, Heidekraut und das Torfmoos. Wegen des sauren Bodens und des hohen Wasserstands findet im Moor keine Zersetzung abgestorbener Lebewesen statt – darum achtet man auch so sehr darauf, dass dem Moor möglichst wenig Wasser entzogen wird. Und damit kommt die praktische Komponente der Exkursion ins Spiel:

Fichten entziehen dem Moor über ihre Transpirationsleistung sehr viel Wasser. Für die Schüler, die mit Gummistiefeln, Arbeitshandschuhen und Gartenschreren gewappnet waren, ging es darum, möglichst viele der nachwachsenden Fichten aus dem Moor zu entnehmen und möglichst wenige der Moorkiefern. Artenkenntnis war also nötig, um die gestellte Aufgabe erledigen zu können. Die Mitschüler halfen jedoch schnell nach, falls jemand versehentlich eine Kiefer ins Visier nahm.

Durch ihre hohe Wasserspeicherfähigkeit haben Moore nicht nur fürs Klima eine große Bedeutung, sondern auch für den Hochwasserschutz. Beate Rutkowski erinnerte daran, dass sich im Wassereinzugsgebiet der Traun rund um Traunstein viele Moore befinden. 2002 sei die untere Stadt in Traunstein nur knapp einer Überschwemmung entgangen und die Funktionsfähigkeit der regionalen Moore hatte sicher ihren Anteil, um eine solche Katastrophe anzuwenden.

Neben regelmäßigen Vortragsveranstaltungen sorgen auch Exkursionen wie die von Biologielehrerin Ulrike Peterhof organisierte dafür, dass das Annette-Kolb-Gymnasium sich seine Lorbeeren als Umweltschule nicht nur in der Theorie, sondern auch in der Praxis, nämlich mit Gartenschere und Baumschere, verdient.

Johanna Pfaffenberger, Alexandra Zamosteanu, Stefanie Merkel und Marie Aicher (alle Klasse 10a am AKG)

ExkursionMoos2410201620 1Die Fichten müssen raus: Weil sie dem Hochmoor sehr viel Wasser entziehen, entfernten die Schüler zahlreiche nachgewachsene Fichten aus dem Ödmoos.