Ausprobieren – nachdenken und Gesetzmäßigkeiten erschließen: Mit diesem Konzept will das in der Zentralschweiz gelegene Technorama seine Besucher für die spannende Welt der Naturwissenschaften gewinnen. Schüler der zehnten bis zwölften Klasse des AKG nahmen sich am Tag vor den Herbstferien die Zeit, um ihren Horizont im Swiss Science Center in Winterthur zu erweitern.

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Ein ganz alltäglicher Schulausflug war die Exkursion wahrlich nicht. Um halb sechs in der Früh ging der Bus, den fast alle auch pünktlich erreichten, nach 450 km kam die Gruppe am späten Vormittag in Winterthur an und nach dem Technorama-Besuch ging es wieder zurück ins heimische Traunstein. Das macht insgesamt siebzehn Stunden, und das ist doch länger als ein Schultag.

Das Swiss-Science-Center ist als Mitmachausstellung kon­zi­piert und bietet seinen Besuchern über 500 Ex­pe­ri­men­tier­sta­tionen.

Im Bereich Optik kann man beispielsweise einen Blick auf die feinen Äderchen der eigenen Netzhaut werfen, ein Blick, der sonst nur dem Augenarzt zugänglich ist. Zahlreiche optische Effekte und Täuschungen lassen die Besucher ins Grübeln kommen.

Spektakulär sind die Versuche zur Elektrizität: Schmelzende Drähte zeigen, wie heiß ein Blitz werden kann, Spannungen aus der Tesla-Spule von 1,2 Millionen Volt lassen sich durch einen Körperanzug vergleichbar einem Kettenhemd ableiten. Vor der Nachahmung derlei Experimente zu Hause wurde jedoch eindringlich gewarnt, eine hinreichend abschirmende Wirkung des selbstgebastelten Kettenanzugs sei nicht so leicht sicherzustellen.

Seifenblasen kann jedes Kind, nur so große wie im Technorama bekommt man zu Hause nicht so leicht zustande. Hinterfragt man, was es zu solch großen Seifenblasen braucht, landet man bei den zwischenmolekularen Kräften, die die AKG-Schüler im Chemie-Unterricht der zehnten Klassen so begeistert lernen, um sie dann in der Biologie der elften Klasse andauernd anzuwenden.

Es ist der Weg des induktiven Erkenntnisgewinns, zu dem die Mitmachausstellung motivieren will. Damit wandelt man dann auf den Spuren vieler bedeutender Naturwissenschaftler, die aus ihren Beobachtungen allgemeingültige Regeln ableiteten, und die auch heute noch uneingeschränkte Gültigkeit haben und deswegen auch einen Eintrag in die Schülerhefte unserer Zeit finden.

Die Teilnehmer an der Exkursion ins Swiss Science Center Technorama bedanken sich recht herzlich bei der Dr. Johannes Heidenhain GmbH in Traunreut für die finanzielle Unterstützung.

Eine Bildergalerie zur Exkursion finden Sie hier.

Helmut Floder