Auf Einladung der Jugendoffizierin der Bundeswehr aus Bad Reichenhall Kristin Brinckmann konnten 22 Schülerinnen und Schüler der Q 11 gemeinsam mit dem Gymnasium Berchtesgaden im Planspiel POL&IS das politische Weltgeschehen bestimmen.

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Recht friedliebend, zurückhalten aber hoch motiviert betraten die jugendlichen Akteure die Weltbühne. In ihren Rollen als Staats- und Regierungschefs, Umwelt- und Wirtschaftsminister machten sich die Schülerinnen und Schüler daran, ihre Region zu vertreten: Viel wurde für den örtlichen Umweltschutz getan, zaghaft die ersten Verträge mit anderen Regionen geschlossen und zudem massenhaft Diplomaten entsendet, um internationale Krisen in den Griff zu bekommen. Arabien brachte die Gleichstellung der Frau auf den Weg und in China wollte man zuerst einmal die Pressefreiheit einführen. Selbst die Region Nordamerika übte sich in ungewöhnlicher Weise in diplomatischer Zurückhaltung.

So verging das erste Polisjahr wie im Flug. In ihrer ersten Rede an die Weltgemeinschaft mahnte die UN-Generalsekretärin (Sina Spiegelsberger), die noch nicht gelösten Probleme gemeinsam anzugehen: Ukraine-Krise, Piraterie auf den Weltmeeren, Zunahme terroristischer Akte und Verbreitung von Atomwaffen. Und auch die Nachrichten nach dem ersten Polisjahr verhießen nichts Gutes: Neben den genannten internationalen Herausforderungen sah sich Ozeanien einer Krötenplage ausgesetzt und Russland machte der exzessive Wodkakonsum seiner Bevölkerung finanziell zu schaffen.

Im zweiten Polisjahr begann so langsam das Säbelrasseln. Zwischen Nordamerika und Europa kam es zu diplomatischen Verstimmungen, weil Nordamerika den bestehenden NATO-Vertrag aufkündigen wollte. Russland brachte sein Militär zur Grenzsicherung in Richtung Europa in Stellung, was wiederum mit einem erhöhten Truppenaufkommen auf der Gegenseite beantwortet wurde. Arabien verzeichnete im Kampf gegen den Terrorismus große Kollateralschäden.

Die Teilnehmer sollten sich in der simulierten Poliswelt ausprobieren und Erfahrungen sammeln im Argumentieren, im Ringen um Kompromisse – auch mit den schärfsten Rivalen – und im Darstellen der eigenen Position vor der Weltgemeinschaft. Deutlich wurde den Schülerinnen und Schülern, unter welchen Bedingungen politische Entscheidungen entstehen, und dass oftmals eine große Kluft zwischen Wollen und Können liegt.

Michaela Bösl