Ein idyllisch gelegenes nordamerikanisches Dorf, ein strahlender Spät­sommer­tag und ... eine Leiche im Wald. Mehrere Dorfbewohner ent­de­cken den Toten, doch niemand ruft die Polizei, denn alle befürchten, etwas mit dem Ableben des mysteriösen Fremden zu tun zu haben.

16 17 Theater Harry

Wie wird man eine Leiche unbemerkt los? Woran ist Harry - so der Name des Verblichenen - gestorben? Und wer ist wirklich für sein irdisches Ende verantwortlich? Die Beantwortung dieser Fragen beschäftigte die unfreiwilligen Finder der Leiche ebenso wie das Publikum, das sich am 16. und 19. Juli 2017 in der Aula des Annette-Kolb-Gymnasiums die Inszenierung des Hitchcock-Klassikers Immer Ärger mit Harry ansah. Eine Handvoll theaterbegeisterter Schülerinnen der Oberstufe hatte sich in den Pfingstferien zusammengefunden und die schwarze Komödie rund um die lästige Leiche einstudiert.

Unterstützt von zahlreichen Helferinnen und Helfern, die ein ansprechendes Bühnenbild gestalteten und alles ins rechte Licht rückten, brachten sie Alfred Hitchcocks Filmfiguren auf die Bretter, die die Welt bedeuten, wobei die Arbeit mit der Erstellung einer Textgrundlage begann. Rasch war klar, dass man der Filmvorlage von 1955 treu bleiben und das ganze Stück in das Gewand der 1950er Jahre packen wollte. Entsprechende Kostüme wurden besorgt. Für die musikalische Untermalung konnte die engagierte Truppe ihren Mitschüler David Nassor gewinnen, der das Geschehen auf der Bühne am Klavier begleitete. Und dieses Geschehen ist durchaus nicht nur morbider, sondern auch romantischer Natur. Mag er noch so viel Ärger verursachen, Harry führt auch zwei Paare zusammen: seine Ex-Frau Jennifer (Sabine Rodler) und den Maler Sam (Paula Schlagbauer) sowie den brummigen Kapitän Wiles (Leonie Stiriz) und die alte Jungfer Miss Gravely (Sigrun Häusl).

Und so endet die Geschichte rund um den leblosen Harry durchaus nicht ärgerlich. Am Schluss scheint zwar alles zu sein, wie es am Anfang war, doch Harry hat durch sein unverhofftes Auftauchen im Leben der vier Protagonisten eben dieses entscheidend verändert.

B. Strixner