Bei den Projekttagen in der letzten Schulwoche wurde den 5. Klassen am 26. und 27. Juli 2017 das Medienkompetenztraining "Fairnetzen" an­ge­bo­ten. Thematische Bereiche, mit denen sich die Kinder in spielerischer Art und Weise auseinandersetzten, waren dabei Medienkunde, Medienkritik und Mediennutzung. Vorrangig geht es darum, die Kinder im Zeitalter von Smartphone, Tablet & Co im Hinblick auf die eigene Mediennutzung zu sen­si­bi­li­sie­ren, die Vorteile des World Wide Webs zu erfahren, aber auch die damit verbundenen Gefahren zu erkennen und sich sinnvoll vor ihnen zu schützen.

Fairnetzen Logo 210copyright kmdd

Dass dieses Thema auch bei den Eltern von großem Interesse ist, hat der zuvor terminierte Elterninformationsabend von Frau Peh und Herrn Ziegmann bestätigt. Knapp 50 Eltern besuchten die Abendveranstaltung, erhielten somit einen Einblick in "Fairnetzen" und es entwickelte sich im Anschluss eine für alle Seiten gewinnbringende Gesprächsrunde.

"Toll, dass Sie das am AKG anbieten, das ist so wichtig", verabschiedete sich eine Mutter an diesem Abend.

In ähnlicher Weise entwickelten sich auch mit den Schülerinnen und Schülern im Anschluss an die jeweiligen Spiele Gesprächs- und Diskussionsrunden.

Anhand des im Training Erlebten und ergänzend durch die eigene Erfahrungswelt konnten daraus von den Kindern selbstständig Leitsätze entwickelt werden, die im medialen Umgang miteinander aber auch für das eigene Nutzungsverhalten wichtig sind.

Was ist wichtig? Was ist mir wichtig im Leben?

Fairnetzen Experiment 150 hochDas Experiment

Diese Frage wurde anhand eines Experiments veranschaulicht. Zunächst wurden in einen Maßkrug große Styroporkugeln gefüllt. "Jetzt ist er voll", stieß sogleich ein Schüler hervor. Tatsächlich?

Ein weiteres Gefäß mit bunten Glasmurmeln fand in dem Krug seinen Platz. Langsam schlichen sich bei den Schülern Zweifel ein, ob er jetzt gefüllt sei. Der blaue Dekosand aus einem dritten Gefäß suchte sich den Weg durch die vorhandenen Zwischenräume und auch ein Glas Wasser hätte danach allemal noch hineingepasst.

In der anschließenden Besprechungsrunde erkannten die Schüler, dass ein "stimmiges Bild" der verschiedenen Kugeln im Krug zu beobachten ist, und auch, dass es nicht möglich wäre, sämtliche Inhalte der Gefäße dort unterzubringen, wenn die Reihenfolge geändert würde.

Im Folgenden wurden dann die einzelnen Kugeln von den Kindern mit Bereichen aus dem Leben besetzt und so entwickelten sie ganz von allein ein Verständnis dafür, was im Leben existenziell, wichtig oder "nice to have" ist, und entdeckten über das Gespräch den Leitsatz für dieses Experiment: "Das Wichtigste kommt immer zuerst!"

Fairnetzen Leitsätze 210 hoch"Fairnetzen"-Leitsätze

In dieser Art und Weise entsteht an den zwei Projekttagen ein Plakat mit Leitsätzen zu den verschiedenen Themenbereichen des Coachings. Die Rolle von Computerspielen und "Social Media" im Leben der Kinder findet dabei ebenso Beachtung wie die Bedeutung der Gesetzgebung für die virtuelle Lebenswelt und die Sensibilisierung im Hinblick auf den eigenen digitalen Fingerabdruck sowie den Umgang mit persönlichen Daten. Das Besondere an diesem Training ist, dass die entwickelten Leitsätze für die Kinder eine ganz andere Bedeutung haben, als vorgegebene Gesetze und Regelungen. Die Schülerinnen und Schüler haben nämlich selbst in den verschiedenen Spielen Situationen erkannt, die einer Regelung bedürfen, eigene Erfahrungen in ähnlichen Situationen eingebracht und dann für sie wichtige Leitsätze abgeleitet. Leitsätze, die berechtigt, begründet und allgemein anerkannt  - kurz, die legitim sind.

Max Ziegmann