„Hier bin ich Mensch, hier darf ich’s sein!“

Kein Professor in staubiger Stube, sondern Blut, das in Strömen fließt, ein Haus, das explodiert, und viel Geschrei und Schießerei. Das ist die Inszenierung von Goethes „Faust“ des Residenztheaters in München, die einige Schüler der Q 11 mit Frau Losert im Februar besuchen durften. Kein Bühneneffekt wurde ausgelassen, und Gewalt und Brutalität haben die Zuschauer schockiert, aber zugleich auch geschickt in ihren Bann gezogen.

Martin Kušej hat „Faust“ vollkommen neu interpretiert und in einer modernen, aber sehr düsteren Realität spielen lassen. Dafür erntete er nicht nur Lob, viele behaupten auch, das deutsche Meisterwerk der Literatur sei in der Aufführung verloren gegangen. Wenn man jedoch bereit ist, sich auf etwas komplett Neues einzulassen und akzeptiert, dass ein Stück, das 1808 veröffentlicht wurde, auch einmal neu aufgefasst werden darf, dann kann man sich auf einen spektakulären und beeindruckenden Theaterabend freuen, so wie wir das auch taten.

Lisa Lämmel und Hannah Hees, Q 11