Einen besonderen Auftrag hatten sieben Schülerinnen der Oberstufe, als sie zu­sam­men mit vielen anderen aus den Jahrgängen das Salzburger Lan­des­theater besuchten: Mitschreiben und alle Eindrücke genau dokumentieren, so lautete der Arbeitsauftrag. Wie kam es dazu?

18 19 Theater anders

Einer der regelmäßigen Theaterfahrten, die dan­kens­wer­ter­weise Frau Lämmel fast jedes Monat organisiert, schlossen sich im Februar die Teilnehmerinnen des Work­shops „Theaterrezensionen schreiben“ unter der fachkundigen Leitung von Herrn Michael Brommer an. Nach einer Einführung in die Kunst der Kritik sowie grund­sätzlicher Informationen zum Verfassen von Rezensionen wurde zunächst der Auftrag erteilt, „Geschichten aus dem Wiener Wald“ genau und auf­merk­sam zu lesen.

Eine Woche später fand die mit Spannung erwartete Theatervorführung unter der Regie von Carl Philip von Maldeghem statt, bei der alle Zettel und Stift bereit hielten. Gleich im Anschluss fertigten die Schülerinnen Rezensionen an, die der Theaterkritiker korrigierte und in einer Rückmeldesitzung am Nachmittag einige Tage später besprach. Die größte Aufgabe lag nun darin, den angefertigten Text auf die Hälfte der Zeichen zu reduzieren, denn nur dadurch – so Herr Brommer – entsteht ein sprachlich dichter und aussagkräftiger Text.

Die Ergebnisse konnten sich sehen lassen. Auch diese korrigierte der erfahrene Rezensent, der nicht nur selbst für viele renommierte Zeitungen geschrieben, sondern auch an der Hochschule für Theaterwissenschaften Seminare zu genau diesem Thema geleitet hat. Bei einem Abschlusstreffen, das wiederum am Nachmittag stattfand, wurde aus einigen besonders gelungenen Arbeiten gelesen.

„Ich habe viel gelernt und hätte Lust, weiterzumachen“, so eine Teilnehmerin. Dass dieser Workshop lediglich ein Anfang sein kann und die Schülerinnen ermuntert hat, künftig mit sehr viel offeneren Augen ins Theater zu gehen, darüber waren sich alle einig.

Ein herzliches Dankeschön geht an Herrn Brommer, der nicht nur die Idee zu diesem Seminar hatte, sondern auch viel seiner wertvollen Zeit opferte, um fundierte Rückmeldungen über das Geschriebene zu geben.

S. Prock