Im Rahmen eines Citizen-Science-Projekts werden die Ergebnisse der Plastik­fischer in einer Fachzeitschrift veröffentlicht

Deutschlandweit erforschen Schüler Müll in Flüssen und deren Uferbereichen an 250 Probe­ent­nah­me­stel­len. Eine davon war die Kiesbank der Traun am Sparzer Steg.

Citizen Science ist eine erst seit 2014 in Oxford Englich Dicitionary eingeführter Begriff der offenen Forschung, die von wissenschaftlichen Laien zur Unterstützung „echter“ Wissenschaftler an Uni­ver­si­tä­ten und Forschungseinrichtungen durchgeführt wird. Als Resultat dieses offenen, vernetzten und trans­disziplinären Szenarios werden Interaktionen zwischen Wissenschaft, Gesellschaft und Politik auch für Schüler erfahrbar.

Mit der Aktion im Jahr 2018 „Plastik in der Umwelt“ (Bundesministerium für Forschung und Ent­wicklung) wurde das Ziel verfolgt, wissenschaftliche Verfahren, Methoden, Instrumente und Begriffe zur Untersuchung von Plastik in Ökosystemen für Schüler transparent und benutzbar zu machen. Flüsse sind eine wichtige Quelle für anthropogenen Meeresmüll, aber die besonderen Ursprünge des Flussmülls selbst sind nicht gut erforscht.

Konkret untersuchten Schülerinnen der Klasse 8 b an einem heißen Juninachmittag ein Kiesufer der Traun im Stadtgebiet. Der Müll an der Traun bestand hauptsächlich aus Glasscherben, Alufolien und Zigarettenstummeln; das extra aus Kiel zugesandte Netz für Mikroplastikproben aus der Traun konnte ohne Plastikrückstände zurückgeschickt werden. Noch führt die Traun also kein Mikroplastik mit sich. Flussbeschreibung, Fließgeschwindigkeit, Müll am Flussufer und treibender Müll bildeten die Schwerpunkte der wissenschaftlichen Untersuchung, deren Ergebnisse von der Kieler Forschungs­werk­statt und der Universidad Catolica des Norte in Coquimbo (Chile) anschließend ausgewertet und Anfang 2019 veröffentlicht wurden.

In der Fachzeitschrift „Environmental Pollution“ (245 (2019) p. 545 – 557) finden sich die Ergebnisse unserer Schüler, die zur weiteren Erforschung des danubischen Flusssystems (die Trau entwässert in die Donau) einen modernen Beitrag geleistet haben.

Christine Lämmel für die Plastik Piraten 2018