Beim Einsatz eines Hubschraubers live dabei sein – so etwas geschieht nicht al­le Tage. Doch beim Besuch im Hangar des Christoph 14 wurden die Schul­sa­ni­tä­ter  am Freitag, dem 06. 12. 2019, Zeuge von einem echten Einsatz des neuen Ret­tungs­hub­schrau­bers.

Christoph 14 dr muell fragenHerr Dr. Müll bei seinem beeindruckenden Vor­trag

Herr Dr. Müll, seines Zeichens selbst Hubschrauber-Not­arzt, führte die Schülerinnen und Schüler durch den Hangar des Christoph 14. Diese Veranstaltung fand im Rahmen der zahlreichen Fortbildungen der Schul­sa­ni­tä­ter des AKG statt. Humorvoll und kom­pe­tent be­ant­wor­te­te der Facharzt für Anästhesiologie, In­ten­siv­me­diz­in und Notfallmedizin alle nur erdenklichen Fra­gen rund um den Hubschrauber sowie die Ein­satz­sze­nar­ien.

„Wie schnell, wie hoch, wie weit…?“ – Sein Vortrag wur­de jäh durch den Dauerlauf des Hubschrauber-Piloten, des Notfallsanitäters sowie des diensthabenden Not­arz­tes unterbrochen. Innerhalb von nur einer Minute war der Hubschrauber unter den staunenden Augen der Schülerinnen und Schüler entschwunden.

Christoph 14 EinsatzraumAuf dem Bildschirm konnte der Hub­schrau­ber­ein­satz in Echtzeit verfolgt werden

Herr Dr. Müll reagierte spontan und so durften wir den Flug virtuell in der Zentrale auf dem Bildschirm mit­ver­fol­gen. In lediglich 6 Minuten war der Hubschrauber am Einsatzort in Unterwössen angekommen. Hier konn­ten auch alle anderen im südbayerischen Raum sta­tio­nier­ten Luftretter beobachtet werden.

Es war schon be­ein­druckend zu erfahren, dass in­ner­halb kür­zes­ter Zeit bei Großschadenslagen bis zu einem Dut­zend Hub­schrau­ber aus Bayern und Öster­reich zu ei­nem Einsatzort flie­gen können – wie dies bei­spiels­wei­se bei dem Eishallen-Unglück in Bad Rei­chen­hall sowie dem schweren Eisenbahnunglück in Bad Aibling der Fall gewesen war.

Christoph 14 GruppenbildEine schöne Erinnerung an eine er­eig­nis­rei­che Fortbildung.

Die Jungsanitäter fragten in diesem Zusammenhang auch nach dem Problem von ‚Gaffern‘ bei Ret­tungs­ein­sät­zen. Der sonst so humorvolle Arzt wurde hier ernst und war auch sichtlich missmutig ob der häufig so sensationsgierigen Menschen, die durch ihr Verhalten – Bilder machen, möglichst nah rankommen, nichts ver­pas­sen wollen – ernsthaft Leben gefährden, da die Glieder der Rettungskette hier oft nicht ungehindert ineinandergreifen und ihre wichtige Arbeit verrichten können.

Nach lediglich 45 Minuten war der Hubschrauber nach einem erfolgreichen Rettungseinsatz wieder zurück und die Sanitäter durften nun auch das Innere in Augenschein nehmen und letzte Erinnerungsbilder schießen.

Und so bleiben bei allen viele interessante Informationen rund um das Rettungswesen im Landkreis Traunstein und darüber hinaus in den Köpfen – und das Gefühl, ganz nah dran gewesen zu sein! Ein herzlicher Dank gilt Herrn Dr. Müll und dem Klinikum Traunstein, dass uns dieser Besuch ermöglicht wurde!

Rudi Heid
betreuende Lehrkraft